Kognitive Beeinträchtigungen betreffen das Denken, Erinnern, Planen oder Verstehen. Sie können angeboren sein oder im Laufe des Lebens entstehen. Mit Struktur, Geduld und passenden Hilfen lässt sich der Alltag verständlicher und ruhiger gestalten.
Pflege und Teilhabe
Unterstützung im eigenen Zuhause: was Alltagsassistenz leistet, wie Begleitung bei Demenz gelingt und wie sich Stürze vermeiden lassen.
Kein Treffer. Versuch ein anderes Stichwort.
Grundlagen
Die Eingliederungshilfe ist eine Leistung nach dem SGB IX. Sie unterstützt Menschen mit Behinderung dabei, möglichst selbstbestimmt am Leben teilzunehmen, etwa in Bildung, Arbeit, Wohnen und Gemeinschaft. Sie ist von der Pflegeversicherung zu unterscheiden, kann diese aber ergänzen.
Für Familien, die einen Angehörigen pflegen, gibt es verschiedene Formen der Entlastung. Dazu gehören eine Haushaltshilfe, Verhinderungs- und Kurzzeitpflege, der Entlastungsbetrag der Pflegekasse sowie Beratungsangebote. Welche Hilfe im Einzelfall passt, klärt sich am besten in einem persönlichen Gespräch.
Alltag & Praxis
Begleitung im eigenen Zuhause
Assistenz heißt, die Entscheidungen eines Menschen zu unterstützen statt für ihn zu entscheiden. Was Alltagsassistenz leistet, wie sie finanziert wird und woran man gute Begleitung erkennt.
Über jemanden statt mit jemandem zu sprechen ist die häufigste Kränkung im Alltag. Was bei eingeschränktem Hören, Sehen oder Sprechen konkret hilft.
Lebensplanung bedeutet, dass ein Mensch für sich selbst herausfindet, was ihm wichtig ist, und daraus greifbare Ziele ableitet. Dabei geht es um Wohnen, Arbeit, Freizeit und Beziehungen. Wichtig ist, dass die Person selbst im Mittelpunkt steht und Schritt für Schritt gehen kann. Begleitung kann diesen Weg unterstützen, ohne ihn vorzugeben.
Gedächtnis und Orientierung verändern sich, Gefühle und Stolz bleiben. Warum Korrigieren schadet, wie einfache Sprache hilft und wie du auf Unruhe und Vorwürfe reagierst.
Stürze sind die häufigste Ursache für Verletzungen und den Verlust der Selbstständigkeit im Alter. Welche Risiken in der Wohnung lauern und was nach einem Sturz zu tun ist.
Medikamente wirken nur zuverlässig, wenn sie regelmäßig und richtig genommen werden. Mit klaren Abläufen, guter Organisation und einer verständlichen Übersicht lässt sich das im Familienalltag gut umsetzen. Dieser Artikel zeigt dir, worauf du achten kannst.
Anträge, Bescheide und Fristen können im Familienalltag schnell überfordern. Es gibt Wege, den Schriftverkehr zu ordnen und Schritt für Schritt zu bearbeiten. Dieser Artikel zeigt, wie du dir Struktur verschaffst und wo du dir Hilfe holen kannst.
Schwerbehindertenausweis
Antrag, Merkzeichen und Nachteilsausgleiche
Freifahrt im Nahverkehr, kostenlose Begleitperson, Steuervorteile und mehr: Der Schwerbehindertenausweis öffnet viele Nachteilsausgleiche. Ein Überblick, was für Familien mit Kindern am wichtigsten ist.
Den Schwerbehindertenausweis beantragst du für dein Kind beim Versorgungsamt. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie der Antrag abläuft, welche Unterlagen helfen und was Grad der Behinderung und Merkzeichen bedeuten.
GdB und Merkzeichen
Schwerbehinderung verstehen und nutzen
Wenn der festgestellte Grad der Behinderung zu niedrig ist, kannst du innerhalb eines Monats nach Zugang des Bescheids schriftlich Widerspruch beim Versorgungsamt einlegen. Der Widerspruch muss zunächst nur den Bescheid benennen und deutlich machen, dass du mit der Entscheidung nicht einverstanden bist. Die Begründung kannst du nachreichen, sobald du Akteneinsicht hattest und fehlende Befunde gesammelt hast.
Ein Schwerbehindertenausweis wird überprüft, wenn er befristet ausgestellt wurde, wenn eine Heilungsbewährung abläuft oder wenn sich der Gesundheitszustand wesentlich verändert hat. Das Versorgungsamt kann dann von sich aus ein Neufeststellungsverfahren einleiten. Entzogen oder herabgestuft wird der Ausweis nur, wenn sich die Beeinträchtigung nachweisbar dauerhaft gebessert hat. Gegen einen solchen Bescheid kannst du innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen.
Merkzeichen sind Kürzel im Schwerbehindertenausweis, die eine besondere gesundheitliche Situation belegen. G steht für eine erhebliche Gehbehinderung, aG für eine außergewöhnliche Gehbehinderung, H für Hilflosigkeit, Bl für Blindheit und B für die Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson. Jedes Merkzeichen öffnet eigene Nachteilsausgleiche, etwa bei Fahrtkosten, Parkerleichterungen oder Steuern. Festgestellt werden sie vom Versorgungsamt zusammen mit dem Grad der Behinderung.
Der Grad der Behinderung, kurz GdB, beschreibt in Zehnerschritten von 20 bis 100, wie stark sich eine Beeinträchtigung auf die Teilhabe im Alltag auswirkt. Er ist kein Maß für den Wert oder die Leistungsfähigkeit deines Kindes, sondern der Schlüssel zu Nachteilsausgleichen. Festgestellt wird er auf Antrag durch das Versorgungsamt beziehungsweise die zuständige Landesbehörde, meist nach Aktenlage anhand ärztlicher Unterlagen. Ab einem GdB von 50 gilt ein Mensch als schwerbehindert.
Den Behindertenparkausweis beantragst du bei der Straßenverkehrsbehörde deiner Stadt oder deines Landkreises, oft angesiedelt beim Ordnungsamt. Grundlage ist in der Regel ein Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis, das zuvor das Versorgungsamt feststellt. Es gibt den blauen EU-Parkausweis und den orangefarbenen Ausweis, der nur in Deutschland gilt. Der Antrag selbst ist kurz, entscheidend sind Ausweis und ärztliche Unterlagen.
Das Merkzeichen H steht für hilflos. Dein Kind bekommt es, wenn es für gewöhnliche, täglich wiederkehrende Verrichtungen dauerhaft und in erheblichem Umfang fremde Hilfe braucht, deutlich mehr als gleichaltrige Kinder ohne Behinderung. Beantragt wird es zusammen mit dem Schwerbehindertenausweis oder als Änderungsantrag beim Versorgungsamt. Entscheidend sind ärztliche Befunde und eine genaue Beschreibung eures Alltags.
Geld und Steuern
Finanzielle Entlastung für Familien
Der Behinderten-Pauschbetrag ist ein fester Betrag, den du in der Steuererklärung vom zu versteuernden Einkommen abziehst. Er richtet sich nach dem Grad der Behinderung und liegt in der Regel zwischen einigen hundert und mehreren tausend Euro im Jahr. Die tatsächliche Ersparnis ist nicht der Pauschbetrag selbst, sondern die Steuer, die auf diesen Betrag entfallen wäre, meist etwa 20 bis 42 Prozent davon. Bei einem Kind können Eltern den Pauschbetrag auf sich übertragen lassen.
Kindergeld endet nicht automatisch mit 18. Für Kinder mit Behinderung kann es ohne Altersgrenze weitergezahlt werden, wenn die Behinderung vor dem 25. Geburtstag eingetreten ist und dein Kind sich deshalb nicht selbst unterhalten kann. Zuständig ist die Familienkasse, dort stellst du einen Antrag mit der Anlage Kind und den passenden Nachweisen. Wichtig ist die rückwirkende Auszahlung von höchstens sechs Monaten, warte also nicht zu lange.
Das Persönliche Budget ist keine eigene Leistung, sondern eine andere Auszahlungsform: Statt einer Sachleistung bekommst du Geld und organisierst die Unterstützung selbst. Rechtlich geregelt ist das in § 29 SGB IX. Es lohnt sich vor allem dann, wenn ihr feste Bezugspersonen, flexible Zeiten oder passgenaue Hilfen wollt und bereit seid, etwas Verwaltung zu übernehmen.
Der Pflege-Pauschbetrag ist ein fester Steuerfreibetrag für Menschen, die eine hilflose oder pflegebedürftige Person zu Hause unentgeltlich pflegen. Er ist nach Pflegegrad gestaffelt und du bekommst ihn, ohne einzelne Kosten belegen zu müssen. Beantragt wird er über die Einkommensteuererklärung beim Finanzamt.
Fahrten, die durch die Behinderung deines Kindes entstehen, kannst du als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung geltend machen. Seit 2021 gibt es dafür eine Pauschale von 900 Euro oder 4.500 Euro im Jahr, je nach Grad der Behinderung, Merkzeichen und Pflegegrad. Einzelne Fahrten musst du dann nicht mehr nachweisen, es zählen die Voraussetzungen im Schwerbehindertenausweis oder im Pflegebescheid.
Außergewöhnliche Belastungen sind Kosten, die dir zwangsläufig entstehen und die höher sind als bei den meisten anderen Menschen in ähnlicher Lage. Dazu zählen zum Beispiel Krankheits- und Therapiekosten, Zuzahlungen, behinderungsbedingte Hilfsmittel, Fahrten zu Behandlungen oder Umbauten. Anerkannt wird nur, was du nachweisen kannst und was keine Kasse erstattet hat. Von der Summe zieht das Finanzamt außerdem deine zumutbare Belastung ab.
Es gibt bundesweite Stiftungen wie die Aktion Mensch oder die Bundesstiftung Mutter und Kind, Landesstiftungen für Familien in Notlagen sowie kleinere Fonds von Vereinen, Kirchen und Krankheits-Selbsthilfeorganisationen. Sie springen meist dort ein, wo Kranken- oder Pflegekasse, Eingliederungshilfe oder Jugendamt nicht zahlen. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht, deshalb zählt ein gut begründeter Antrag. Fast immer musst du zuerst eine schriftliche Ablehnung der zuständigen Behörde vorlegen.
Hilfsmittel zahlt in der Regel die Krankenkasse, wenn sie medizinisch notwendig sind. Pflegehilfsmittel übernimmt die Pflegekasse, Hilfsmittel für Schule, Ausbildung oder Teilhabe der Träger der Eingliederungshilfe. Wird der Antrag abgelehnt, hast du ab Zugang des Bescheids einen Monat Zeit für einen Widerspruch, und der lohnt sich häufig.
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