Alltag & Praxis
Stürze vermeiden: Risiken erkennen und sicher unterstützen
Stand: 01.08.2026
Stürze sind bei älteren Menschen die häufigste Ursache für Verletzungen, Krankenhausaufenthalte und den Verlust der Selbstständigkeit. Viele davon wären vermeidbar. Wer regelmäßig in einer Wohnung zu Gast ist, sieht die Risiken oft als Erster.
Risiken in der Wohnung
- lose Teppiche und Läufer, Kabel auf Laufwegen
- schlechte Beleuchtung, vor allem nachts auf dem Weg zur Toilette
- fehlende Haltegriffe in Bad und Dusche, rutschige Duschwannen
- ungeeignetes Schuhwerk, besonders ausgelatschte Pantoffeln
- herumstehende Gegenstände und wackelige Möbel, an denen sich jemand festhält
Risiken beim Menschen selbst
- unsicherer Gang, Schwindel, kürzliche Beinahe-Stürze
- neue oder geänderte Medikamente, von denen viele schwindelig machen
- Sehverschlechterung oder eine nicht getragene Brille
- nachlassende Kraft durch Bewegungsmangel
Ein Satz wie, dass man sich eben überall festhält, ist dabei ein deutliches Warnsignal und kein beruhigender Hinweis.
Größere Veränderungen wie Haltegriffe oder ein Rollator entscheiden die betroffene Person, Angehörige und gegebenenfalls die Pflegeberatung. Ein festgeklebter Teppichrand oder eine hellere Glühbirne sind dagegen oft sofort machbar, im Einverständnis.
Sicher unterstützen beim Gehen
- Zeit ist Sicherheit. Hetze ist der häufigste vermeidbare Sturzauslöser, deshalb werden Wege großzügig geplant.
- Den eigenen Arm anbieten, statt am Arm zu ziehen. Der Mensch hält sich fest, nicht umgekehrt.
- Auf der schwächeren Seite leicht versetzt hinter dem Menschen gehen.
- Rollator und Rollstuhl prüfen: Bremsen fest, Reifen in Ordnung. Beim Hinsetzen und Aufstehen werden die Bremsen festgestellt.
- Aufstehen und Hinsetzen begleiten: vor dem Losgehen einen Moment stehen bleiben, weil der Kreislauf Zeit braucht. Beim Hinsetzen erst zurückführen, bis die Beine die Sitzkante spüren.
Wenn es doch passiert
- Ruhe bewahren und den Menschen nicht sofort hochziehen.
- Zuerst prüfen: Schmerzen, sichtbare Verletzungen, klares Bewusstsein.
- Bei Verdacht auf einen Bruch, also starke Schmerzen, eine Fehlstellung oder ein nicht belastbares Bein, bei Kopfverletzung oder wenn der Mensch nicht aufstehen kann: Notruf 112, beim Menschen bleiben und ihn warm halten.
- Geht es dem Menschen gut, wird das eigenständige Aufstehen unterstützt, also über die Seite, auf alle Viere und an einem stabilen Möbel hoch. Anleiten und sichern statt mit Kraft heben.
- Jeden Sturz dokumentieren und melden, auch den folgenlosen. Stürze sind Warnsignale, und Folgen wie eine Hirnblutung können verzögert auftreten.
Zusammenfassung
Die meisten Sturzrisiken sind sichtbar, wenn man auf sie achtet: Teppiche, Beleuchtung, Schuhe, fehlende Haltegriffe, neue Medikamente. Beim Gehen helfen Zeit, der angebotene Arm und geprüfte Hilfsmittel. Nach einem Sturz gilt: erst prüfen, dann bewegen, und jeden Sturz melden.
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pflegefachliche Beratung im Einzelfall.
So hilft Wolkenfreie Zeit
Unsere Assistenzkräfte haben Sturzrisiken bei jedem Einsatz nebenbei im Blick und sprechen sie freundlich an, statt heimlich umzuräumen.
Beinahe-Stürze und Veränderungen im Gangbild melden wir zeitnah, damit Angehörige und Pflegeberatung reagieren können, bevor etwas passiert.
Häufige Fragen
Auch folgenlose Stürze gehören festgehalten und angesprochen, denn sie sind Warnsignale. Nach einem Sturz auf den Kopf sollte ärztlich abgeklärt werden, weil Beschwerden verzögert auftreten können.
Erst prüfen, ob Schmerzen oder Verletzungen vorliegen. Bei Verdacht auf einen Bruch oder wenn die Person nicht selbst aufstehen kann, gilt Notruf 112 und liegen lassen. Sonst wird das eigenständige Aufstehen angeleitet und gesichert.
Dieser Artikel informiert allgemein und sorgfältig recherchiert. Er ersetzt keine Rechtsberatung und keine medizinische Beratung im Einzelfall. Verbindliche Auskünfte geben die zuständigen Stellen, Anwältinnen und Anwälte sowie Ärztinnen und Ärzte.