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Schwerbehindertenausweis

Wie beantrage ich einen Schwerbehindertenausweis für mein Kind?

Stand: 06.08.2026

Wo der Antrag gestellt wird

Zuständig ist in den meisten Bundesländern das Versorgungsamt. In einigen Ländern, etwa Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, übernehmen Städte, Gemeinden oder Landratsämter diese Aufgabe. Welche Behörde für euch zuständig ist, findest du über die Übersicht der Integrationsämter auf www.bih.de oder telefonisch bei deiner Stadt- oder Kreisverwaltung. Als Eltern stellt ihr den Antrag als gesetzliche Vertreter eures Kindes. Der Antrag ist kostenfrei.

So läuft der Antrag ab

Du füllst das Antragsformular der Behörde aus, in vielen Bundesländern geht das inzwischen auch online. Im Formular gibst du die Erkrankungen oder Behinderungen deines Kindes an und nennst die behandelnden Ärzte. Mit deinem Einverständnis fordert die Behörde dort Befunde an. Das Amt wertet die Unterlagen aus und stellt den Grad der Behinderung fest, kurz GdB.

Grad der Behinderung: ab 50 gibt es den Ausweis

Der GdB beschreibt die Schwere der Beeinträchtigung in Zehnerschritten von 20 bis 100. Ab einem GdB von 50 liegt eine Schwerbehinderung vor und dein Kind erhält den Schwerbehindertenausweis. Liegt der GdB darunter, bekommst du einen Bescheid über die festgestellte Höhe, aber keinen Ausweis.

Merkzeichen gleich mit prüfen lassen

Neben dem GdB prüft die Behörde sogenannte Merkzeichen, die im Ausweis eingetragen werden und zu bestimmten Nachteilsausgleichen berechtigen. Für Kinder besonders wichtig sind das Merkzeichen H (hilflos, wenn das Kind dauerhaft deutlich mehr fremde Hilfe braucht als gesunde Gleichaltrige) und das Merkzeichen B (Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson). Je nach Beeinträchtigung kommen weitere Merkzeichen in Betracht, etwa G, aG, Gl oder Bl. Was die einzelnen Merkzeichen bringen, erklären wir im Artikel "Was bringt der Schwerbehindertenausweis?".

Diese Unterlagen stärken den Antrag

  • aktuelle Berichte der behandelnden Ärzte und des Sozialpädiatrischen Zentrums
  • Therapieberichte, etwa aus Ergotherapie, Logopädie oder Physiotherapie
  • Entwicklungsberichte aus Kita oder Schule
  • eine eigene kurze Beschreibung, wie sich die Beeinträchtigung im Alltag auswirkt

Gerade die Alltagsbeschreibung wird oft unterschätzt. Aus reinen Diagnosen kann die Behörde den tatsächlichen Unterstützungsbedarf schwer ablesen.

Bescheid, Gültigkeit und Widerspruch

Die Bearbeitung dauert je nach Amt einige Wochen bis mehrere Monate. Der Ausweis wird bei Kindern in der Regel befristet ausgestellt und kann verlängert werden. Kümmere dich rechtzeitig vor Ablauf um die Verlängerung. Bist du mit dem festgestellten GdB oder abgelehnten Merkzeichen nicht einverstanden, kannst du innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Verschlechtert sich der Zustand deines Kindes später, ist jederzeit ein Änderungsantrag möglich.

So hilft Wolkenfreie Zeit

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir mit dir, ob ein Antrag für euer Kind sinnvoll ist und welche Unterlagen ihr zusammenstellen solltet. Unseren ausführlichen Leitfaden zum Schwerbehindertenausweis bei Kindern und Jugendlichen findest du unten bei den Downloads.

Häufige Fragen

Der Ausweis begründet Rechte, keine Pflichten. Ob und wo ihr ihn vorzeigt, entscheidet ihr selbst. Viele Familien nutzen ihn nur dort, wo er konkrete Vorteile bringt.

Ab einem Grad der Behinderung von 50. Darunter stellt die Behörde nur einen Bescheid über die Höhe des GdB aus.

Je nach Behörde einige Wochen bis mehrere Monate. Es hilft, dem Antrag aktuelle Berichte gleich beizulegen, dann entfallen zeitraubende Nachfragen.

Dieser Artikel informiert allgemein und sorgfältig recherchiert. Er ersetzt keine Rechtsberatung und keine medizinische Beratung im Einzelfall. Verbindliche Auskünfte geben die zuständigen Stellen, Anwältinnen und Anwälte sowie Ärztinnen und Ärzte.

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