Weitere Diagnosen und Beeinträchtigungen

Geistige Behinderung, Lernbehinderung, chronische Erkrankungen, Epilepsie, Sprach- oder Sinnesbeeinträchtigungen: Hier findest du verständliche Antworten und erfährst, welche Unterstützung deiner Familie zusteht.

Kognitive Entwicklung

Geistige Behinderung und Lernbehinderung

Von einer Entwicklungsverzögerung spricht man, wenn ein Kind bestimmte Fähigkeiten deutlich später erreicht als für sein Alter üblich. Das kann einen oder mehrere Bereiche betreffen, etwa Sprache, Bewegung oder Denken. Eine Verzögerung ist keine feste Diagnose und kann sich mit guter Begleitung verändern. Wichtig ist, dein Kind genau zu beobachten und bei Fragen Fachleute einzubeziehen.

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Eine geistige Behinderung beschreibt, dass Lernen, Denken und die Bewältigung von Alltagsaufgaben dauerhaft mehr Zeit und Unterstützung brauchen. Für den Alltag bedeutet das nicht Stillstand, sondern angepasste Wege, klare Strukturen und passende Begleitung. Viele Kinder und Jugendliche entwickeln mit der richtigen Umgebung Schritt für Schritt neue Fähigkeiten.

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Ja, mehrere Diagnosen gleichzeitig sind bei Kindern häufig. Fachleute sprechen dann von Komorbidität oder von Mehrfachdiagnosen. Für den Alltag ist weniger die Anzahl der Diagnosen entscheidend als die Frage, welche Unterstützung dein Kind konkret braucht. Wichtig ist, dass die beteiligten Fachstellen ihre Einschätzungen zusammenführen.

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Eine Lernbehinderung bedeutet, dass dein Kind beim Lernen deutlich mehr Zeit, Wiederholung und Begleitung braucht als Gleichaltrige. Oft zeigt sich das im Schulalltag, etwa beim Lesen, Schreiben oder Rechnen. Wichtig ist, früh hinzuschauen, das Kind nicht zu überfordern und passende Unterstützung zu suchen.

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Zweifach-Ausnahme, auch Twice Exceptional oder 2e genannt, beschreibt Kinder, die zugleich besondere Begabungen und eine Beeinträchtigung oder Teilleistungsstörung haben. Beides kann sich gegenseitig verdecken, sodass weder die Stärke noch der Unterstützungsbedarf richtig gesehen wird. Für den Alltag heißt das: Dein Kind braucht Förderung und Entlastung gleichzeitig.

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Körper und chronische Erkrankungen

Körperliche Behinderungen, chronische Erkrankungen und Epilepsie

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, bei der es wiederholt zu Krampfanfällen kommt. Bei vielen Kindern lässt sie sich gut behandeln, sodass ein Alltag in Kita und Schule möglich ist. Wichtig sind eine klare Diagnose, ein guter Notfallplan und ein ruhiges Umfeld.

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Von einer Mehrfachbehinderung spricht man, wenn mehrere Beeinträchtigungen gleichzeitig auftreten und sich gegenseitig beeinflussen. Der Alltag braucht dann oft mehr Vorbereitung, verlässliche Abläufe und gute Absprachen zwischen allen Beteiligten. In diesem Artikel erfährst du, worauf es dabei ankommt und wie du dein Kind unterstützen kannst.

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Körperliche Behinderungen und chronische Erkrankungen umfassen viele verschiedene Bilder, von Bewegungseinschränkungen bis zu dauerhaften Erkrankungen wie Diabetes oder Epilepsie. Für dein Kind bedeutet das oft, dass der Alltag mehr Planung und Unterstützung braucht. Mit passender Begleitung können Kinder trotzdem lernen, spielen und teilhaben.

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Long Covid beschreibt Beschwerden, die nach einer Corona-Infektion länger anhalten oder neu auftreten. Bei Kindern zeigen sich häufig starke Erschöpfung, Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen oder Kreislaufbeschwerden. Der Verlauf ist sehr unterschiedlich, viele Kinder erholen sich nach und nach. Wichtig sind eine gute ärztliche Abklärung, Entlastung im Alltag und ein Schulweg, der sich am tatsächlichen Kräftehaushalt orientiert.

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Tics sind plötzliche, wiederkehrende Bewegungen oder Lautäußerungen, die nur begrenzt willentlich steuerbar sind. Viele Kinder haben vorübergehend Tics, die von allein wieder verschwinden. Vom Tourette-Syndrom spricht man, wenn über längere Zeit sowohl Bewegungs- als auch Lauttics auftreten. Entscheidend für den Alltag ist weniger die Diagnose selbst als die Frage, wie stark dein Kind belastet ist.

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Sinne und Sprache

Hören, Sehen und Sprechen

Hör- und Sehbeeinträchtigungen bleiben manchmal lange unbemerkt, weil Kinder sich still anpassen. Je früher sie erkannt werden, desto besser lassen sich Sprache, Lernen und Alltag begleiten. Verlässliche Untersuchungen und aufmerksames Beobachten helfen dir, Hinweise richtig einzuordnen.

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Sprech- und Sprachstörungen zeigen sich auf ganz unterschiedliche Weise, etwa beim Bilden von Lauten, beim Wortschatz oder beim Satzbau. Wenn du früh aufmerksam wirst und dein Kind im Alltag begleitest, kannst du viel bewirken. In diesem Artikel erfährst du, worauf du achten kannst und welche Unterstützung möglich ist.

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Wenn ein Kind zu Hause frei spricht, in der Schule aber verstummt, steckt fast nie Trotz dahinter. Häufig handelt es sich um selektiven Mutismus, eine angstbedingte Sprechblockade in bestimmten Situationen. Mit Verständnis, Druckfreiheit und fachlicher Begleitung kann sich das Sprechen Schritt für Schritt ausweiten.

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Unterstützte Kommunikation, kurz UK, umfasst alle Wege, mit denen ein Kind sich verständigen kann, wenn Lautsprache nicht oder nicht zuverlässig funktioniert. Dazu gehören Gebärden, Bildkarten, Symboltafeln und elektronische Sprachausgabegeräte, sogenannte Talker. Ein Talker gilt in der Regel als Hilfsmittel und wird bei medizinischer Notwendigkeit von der gesetzlichen Krankenkasse finanziert. Grundlage dafür ist der Anspruch auf Hilfsmittel nach § 33 SGB V, ergänzend kommen Leistungen der Eingliederungshilfe in Betracht.

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Von einer Sprachentwicklungsstörung spricht man, wenn ein Kind seine Sprache deutlich langsamer oder anders erwirbt als gleichaltrige Kinder, ohne dass sich das allein durch Hörprobleme, eine Mehrsprachigkeit oder fehlende Anregung erklären lässt. Betroffen sein können Wortschatz, Grammatik, Aussprache und das Sprachverständnis, oft in Kombination. Erkannt wird das meist zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr, viele Kinder profitieren dann sehr gut von Logopädie und einem sprachfreundlichen Alltag.

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Von einer Wahrnehmungsverarbeitungsstörung spricht man, wenn ein Kind Sinnesreize zwar aufnimmt, sie im Gehirn aber anders sortiert, gewichtet und zusammenfügt. Augen und Ohren können dabei völlig gesund sein. Im Alltag zeigt sich das oft als schnelle Überlastung, als Suche nach starken Reizen oder als Schwierigkeiten, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Mit einem angepassten Umfeld und guter Begleitung lässt sich vieles spürbar erleichtern.

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Lernen

Legasthenie, Dyskalkulie und Lernbesonderheiten

Gute Intelligenz sagt wenig darüber aus, wie gut ein Kind den Schulalltag bewältigt. Schule verlangt neben Wissen auch Aufmerksamkeit, Organisation, Reizverarbeitung, Tempo und soziale Anpassung. Wenn eine dieser Ebenen dauerhaft belastet ist, entsteht Überforderung trotz guter Auffassungsgabe. Der Blick auf die konkreten Hürden hilft mehr als der Blick auf die Noten allein.

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Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII ist eine Leistung der Kinder- und Jugendhilfe. Sie kann greifen, wenn eine Legasthenie nicht nur das Lesen und Schreiben erschwert, sondern das Kind dadurch seelisch belastet und in seiner Teilhabe am Alltag eingeschränkt ist. Zuständig ist das Jugendamt. Häufig wird darüber eine außerschulische Lerntherapie finanziert.

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Legasthenie und LRS beschreiben beide anhaltende Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben, die sich nicht durch mangelnde Übung oder fehlende Begabung erklären lassen. Der Begriff Legasthenie stammt aus der medizinischen Diagnostik, LRS wird vor allem im schulischen Bereich verwendet. In der Praxis überschneiden sich beide Begriffe stark, unterscheiden können sich aber die Wege zu Feststellung und Unterstützung.

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Eine Lerntherapie wird in der Regel nicht von der Krankenkasse bezahlt. Kommt durch die Lese-Rechtschreib-Störung oder Dyskalkulie eine seelische Belastung dazu, die die Teilhabe deines Kindes beeinträchtigt, kann das Jugendamt die Kosten als Eingliederungshilfe übernehmen. Rechtsgrundlage ist § 35a SGB VIII. Ohne diese Voraussetzung tragen Familien die Kosten meist selbst, teilweise gibt es schulische oder kommunale Förderangebote.

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Legasthenie und Dyskalkulie werden über eine standardisierte Testdiagnostik festgestellt, meist bei Kinder- und Jugendpsychiaterinnen, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten oder in einer spezialisierten Praxis oder Ambulanz. Dazu gehören normierte Lese-, Rechtschreib- oder Rechentests, eine Intelligenzdiagnostik, ein Blick auf Hören und Sehen sowie Berichte aus Schule und Familie. Erst dieses Gesamtbild führt zu einer Diagnose nach den gültigen Klassifikationssystemen. Der Bericht ist die Grundlage für Nachteilsausgleich in der Schule und für Anträge auf Förderung oder Eingliederungshilfe.

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Eine Rechenschwäche, auch Dyskalkulie genannt, zeigt sich meist daran, dass ein Kind über längere Zeit Schwierigkeiten mit Mengen, Zahlen und Rechenwegen hat, obwohl es sonst gut lernt und regelmäßig übt. Typisch sind das dauerhafte Zählen an den Fingern, unsicheres Schätzen und schnelles Vergessen von Gelerntem. Einzelne Anzeichen sagen für sich genommen wenig aus, entscheidend ist das Gesamtbild über mehrere Monate. Sicherheit bringt nur eine fachliche Abklärung.

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