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Ausbildung und Arbeit

Was sind Budget für Arbeit und Budget für Ausbildung?

Stand: 10.08.2026

Wenn dein Kind oder du selbst vor der Frage steht, wie es nach der Schule weitergeht, taucht oft der Weg in eine Werkstatt für behinderte Menschen als einzige Option auf. Es gibt aber Alternativen, die auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zielen. Zwei davon heißen Budget für Arbeit und Budget für Ausbildung.

Worum es bei diesen Leistungen geht

Beide Budgets sind Leistungen der Eingliederungshilfe. Der Grundgedanke ist einfach: Ein Betrieb stellt einen Menschen mit Behinderung an oder bildet ihn aus, und der Träger der Eingliederungshilfe gleicht die geringere Leistungsfähigkeit finanziell aus. Zusätzlich wird die Unterstützung bezahlt, die im Arbeitsalltag nötig ist, etwa eine Anleitung am Arbeitsplatz.

Damit soll verhindert werden, dass Menschen automatisch in einer Werkstatt landen, obwohl sie mit passender Begleitung in einem Betrieb arbeiten könnten. Der Anspruch richtet sich in der Regel an Personen, die die Voraussetzungen für den Arbeitsbereich einer Werkstatt erfüllen oder erfüllen würden.

Budget für Arbeit

Beim Budget für Arbeit schließt du oder dein Kind einen ganz normalen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsvertrag mit einem Betrieb. Der Arbeitgeber zahlt den Lohn und bekommt einen Teil davon als Zuschuss erstattet. Wie hoch dieser Anteil ist, richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben und der Einschätzung des zuständigen Trägers.

Zum Budget gehört außerdem die sogenannte Anleitung und Begleitung am Arbeitsplatz. Das kann heißen, dass jemand regelmäßig vorbeikommt, Abläufe erklärt, bei Konflikten vermittelt oder mit dem Betrieb bespricht, wie Aufgaben besser strukturiert werden können. Der Umfang wird individuell festgelegt.

Budget für Ausbildung

Das Budget für Ausbildung setzt eine Stufe früher an. Es unterstützt eine reguläre betriebliche Berufsausbildung oder eine Fachpraktikerausbildung. Auch hier gibt es einen Zuschuss zur Ausbildungsvergütung und Begleitung im Betrieb sowie bei Bedarf Unterstützung rund um die Berufsschule.

Das Ziel ist ein anerkannter Abschluss, der auf dem Arbeitsmarkt zählt. Wer die Ausbildung abschließt, hat deutlich bessere Chancen auf eine dauerhafte Stelle. Bricht es doch ab, bleibt der Weg in die Werkstatt in der Regel weiterhin offen. Diese Rückkehrmöglichkeit nimmt vielen Familien die Sorge, alles auf eine Karte zu setzen.

Wie der Weg dorthin aussieht

Die Budgets werden nicht automatisch gewährt, sie müssen beantragt werden. Der übliche Ablauf sieht in etwa so aus:

  • Kontakt zum zuständigen Träger der Eingliederungshilfe aufnehmen, oft ist das der überörtliche Sozialhilfeträger oder das Sozialamt
  • Klären lassen, ob die persönlichen Voraussetzungen vorliegen
  • Einen Betrieb finden, der mitmacht, gern mit Hilfe von Integrationsfachdienst, Reha-Beratung der Agentur für Arbeit oder Berufsberatung
  • Antrag stellen und im Gesamtplanverfahren festhalten, welche Begleitung in welchem Umfang nötig ist

Die genauen Zuständigkeiten und Verfahren unterscheiden sich je nach Bundesland. Es lohnt sich, früh zu fragen, am besten schon ein bis zwei Jahre vor dem Schulabschluss.

Was du realistisch erwarten kannst

Ein passender Betrieb findet sich nicht immer sofort. Hilfreich ist, wenn es schon ein Praktikum gab, bei dem beide Seiten sich kennenlernen konnten. Auch ein Praktikum im Rahmen der Berufsvorbereitung kann eine Brücke sein.

Wichtig ist außerdem eine ehrliche Einschätzung, wie viel Struktur, Pausen und Wiederholung jemand braucht. Ein Budget funktioniert dann gut, wenn der Betrieb weiß, worauf er sich einstellt, und die Begleitung verlässlich da ist. Ein Wechsel des Berufswunsches oder eine Verlängerung sind kein Scheitern, sondern kommen vor.

Zusammenfassung

Budget für Arbeit und Budget für Ausbildung sind Wege in den allgemeinen Arbeitsmarkt statt in die Werkstatt. Der Betrieb bekommt einen Lohnzuschuss, die Person eine individuell festgelegte Begleitung. Beantragt wird beim Träger der Eingliederungshilfe, und je nach Bundesland unterscheiden sich Verfahren und Ansprechstellen. Wer früh berät und ein Praktikum als Einstieg nutzt, erhöht die Chancen deutlich.

So hilft Wolkenfreie Zeit

Wolkenfreie Zeit begleitet Kinder und Jugendliche in Schule und Alltag und kennt die Übergangsphase vor dem Schulabschluss aus der Praxis. Unsere Assistenzkräfte beobachten im Alltag, welche Aufgaben gut gelingen, wo Struktur nötig ist und welche Umgebung passt. Diese Beobachtungen sind wertvoll, wenn es später um die Frage geht, ob ein betrieblicher Weg realistisch ist und welche Begleitung dafür beschrieben werden muss.

Wir unterstützen dich außerdem dabei, den Überblick über Zuständigkeiten und Termine zu behalten und dich rechtzeitig an die passenden Stellen zu wenden. Als nächster Schritt: Sprich in der Schule das Thema Berufsorientierung an und nimm Kontakt zur Reha-Beratung der Agentur für Arbeit sowie zum zuständigen Träger der Eingliederungshilfe auf. Wenn du dabei Begleitung möchtest, melde dich gern bei uns.

Häufige Fragen

Der Lohnzuschuss ist grundsätzlich als dauerhafte Leistung angelegt, solange die Voraussetzungen bestehen. Der Umfang wird aber regelmäßig überprüft und kann angepasst werden.

Nein. Entscheidend ist, dass die Voraussetzungen für den Arbeitsbereich einer Werkstatt vorliegen würden. Ein direkter Einstieg nach der Schule ist möglich.

Häufig unterstützen Integrationsfachdienste, die Reha-Beratung der Agentur für Arbeit oder Inklusionsberatungsstellen. Auch Schulen und Berufsbildungswerke haben oft Kontakte.

Dieser Artikel informiert allgemein und sorgfältig recherchiert. Er ersetzt keine Rechtsberatung und keine medizinische Beratung im Einzelfall. Verbindliche Auskünfte geben die zuständigen Stellen, Anwältinnen und Anwälte sowie Ärztinnen und Ärzte.

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