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Grundlagen

Wo finde ich andere Eltern und Selbsthilfegruppen?

Stand: 10.08.2026

Andere Eltern findest du am schnellsten über die Selbsthilfekontaktstelle deines Landkreises oder deiner kreisfreien Stadt. Sie kennt die Gruppen vor Ort, vermittelt Kontakte und hilft auch, wenn du selbst eine Gruppe gründen willst. Bundesweit führt die Datenbank NAKOS Gruppen und Kontaktstellen nach Themen und Postleitzahlen auf.

Selbsthilfekontaktstellen als erste Anlaufstelle

In fast jeder Region gibt es eine Selbsthilfekontaktstelle, manchmal auch Selbsthilfebüro oder Kontakt- und Informationsstelle genannt. Dort arbeiten Menschen, deren Aufgabe genau das ist: Menschen mit ähnlichen Themen zusammenzubringen. Du musst nichts nachweisen und keine Diagnose vorlegen. Ein Anruf oder eine kurze Mail mit dem Thema, das dich beschäftigt, reicht.

Die Beratung ist in der Regel kostenfrei und vertraulich. Wenn es zu deinem Thema noch keine Gruppe gibt, unterstützen dich die Kontaktstellen oft bei der Gründung, etwa mit Raumsuche, einem ersten Aushang oder Moderationstipps.

Warum es diese Angebote gibt

Die Förderung der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe ist gesetzlich verankert. Nach § 20h SGB V fördern die gesetzlichen Krankenkassen Selbsthilfegruppen, Selbsthilfeorganisationen und Selbsthilfekontaktstellen. Deshalb gibt es flächendeckend Strukturen, die du nutzen kannst, ohne dafür zu zahlen.

Eine zweite wichtige Anlaufstelle ist die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung, kurz EUTB, geregelt in § 32 SGB IX. Sie berät kostenlos zu Teilhabe und Leistungen und arbeitet oft mit Betroffenen und Angehörigen, die selbst Erfahrung mitbringen. Viele EUTB-Stellen kennen die Elterngruppen der Region und vermitteln weiter.

Weitere Orte, an denen Eltern sich treffen

Nicht jede Gruppe heißt Selbsthilfegruppe. Austausch findet an vielen Stellen statt, an denen du ohnehin schon bist.

  • Frühförderstellen und Sozialpädiatrische Zentren, oft mit begleiteten Elterngruppen
  • Kliniken und Rehaeinrichtungen, besonders nach einer Diagnosestellung
  • Familienzentren, Mehrgenerationenhäuser und Beratungsstellen freier Träger
  • Bundesverbände zu einzelnen Themen wie Autismus, ADHS, FASD, Diabetes Typ 1 oder Epilepsie, meist mit Regionalgruppen
  • moderierte Onlinegruppen und Foren, hilfreich bei langen Wegen, Schichtdienst oder wenn abends niemand da ist

Wer noch weiterhelfen kann

Zuständig für die Förderung ist deine Krankenkasse. Viele Kassen haben eigene Ansprechpersonen für Selbsthilfe und listen geförderte Gruppen auf. Wenn ihr eine Gruppe gründet und Fördermittel beantragen wollt, gelten je nach Kasse und Bundesland feste Antragszeiträume, häufig zu Beginn eines Kalenderjahres. Frag früh nach, damit die Frist nicht verstreicht.

Daneben kennt das Jugendamt Angebote der Familienbildung und Elterngruppen, das Sozialamt als Träger der Eingliederungshilfe kann auf Beratungsangebote hinweisen. Auch Kita, Schule und die Kinderarztpraxis wissen oft, welche Eltern in der Nähe ähnliche Wege gehen.

Was dir den Einstieg leichter macht

Der erste Termin kostet Überwindung. Du musst dort nichts erzählen und darfst einfach zuhören. Viele Gruppen bieten ein Schnuppertreffen an, danach entscheidest du in Ruhe. Frag vorher, wie viele Menschen kommen, ob Kinder mitkommen dürfen und ob es feste Themen gibt.

Wenn eine Gruppe sich nicht richtig anfühlt, liegt das selten an dir. Gruppen unterscheiden sich stark in Ton und Zusammensetzung. Eine zweite Gruppe auszuprobieren ist normal und kein Scheitern.

Dein nächster Schritt

Suche heute im Internet nach dem Begriff Selbsthilfekontaktstelle zusammen mit dem Namen deines Landkreises oder deiner Stadt, oder öffne die NAKOS-Datenbank. Notiere dir in zwei Sätzen, worum es dir geht, zum Beispiel Austausch zu Autismus im Schulalltag. Ruf dann an oder schreib eine kurze Mail. Mehr braucht es für den Anfang nicht.

Zusammenfassung

Selbsthilfekontaktstellen, die NAKOS-Datenbank, Fachverbände, Frühförderstellen und die EUTB sind die verlässlichsten Wege zu anderen Eltern. Die Angebote sind in der Regel kostenfrei, weil die Krankenkassen Selbsthilfe gesetzlich fördern. Ein kurzer Anruf reicht als erster Schritt, und du darfst dir Zeit lassen, bis eine Gruppe wirklich passt.

So hilft Wolkenfreie Zeit

Wolkenfreie Zeit begleitet Familien in acht Bundesländern und kennt aus der täglichen Arbeit in Schule, Kita und Zuhause viele regionale Anlaufstellen. Wenn du magst, sortieren wir gemeinsam, welche Art von Austausch dir gerade guttut: eine Gruppe zu einem bestimmten Thema wie Diabetes Typ 1 oder FASD, ein offenes Elterncafé oder erst einmal ein Onlineangebot ohne feste Verpflichtung.

Unsere Assistenzkräfte entlasten im Alltag deines Kindes und schaffen so überhaupt erst Zeitfenster, in denen du zu einem Treffen gehen kannst. Sprich uns an, wenn du wissen willst, ob eine Schulbegleitung, Kita-Assistenz oder Diabetesassistenz für euch infrage kommt. Wir schauen mit dir, welche Stelle für den Antrag zuständig ist und was als Nächstes zu tun ist.

Häufige Fragen

In der Regel nicht. Manche Gruppen sammeln kleine Beiträge für Raummiete oder Getränke. Frag beim ersten Kontakt einfach nach, das ist völlig üblich.

Ja. Viele Gruppen sind offen für Eltern in der Klärungsphase. Gerade dort findest du oft Menschen, die den Weg durch Diagnostik und Anträge schon hinter sich haben.

Dann kommen moderierte Onlinegruppen oder Regionalgruppen von Fachverbänden infrage. Die Selbsthilfekontaktstelle unterstützt dich außerdem, wenn du selbst eine neue Gruppe gründen möchtest.

Dieser Artikel informiert allgemein und sorgfältig recherchiert. Er ersetzt keine Rechtsberatung und keine medizinische Beratung im Einzelfall. Verbindliche Auskünfte geben die zuständigen Stellen, Anwältinnen und Anwälte sowie Ärztinnen und Ärzte.

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