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Grundlagen

Überzuckerung und Ketoazidose: Anzeichen und Maßnahmen

Stand: 01.08.2026

Eine Überzuckerung, fachlich Hyperglykämie, entsteht durch zu wenig Insulin, einen vergessenen Bolus, mehr Essen als berechnet, durch Krankheit und Stress oder durch technische Probleme wie einen verstopften Pumpenkatheter.

Anders als die Unterzuckerung ist sie selten ein Notfall innerhalb von Minuten. Unbemerkt kann sie sich aber zur lebensgefährlichen Ketoazidose entwickeln.

Anzeichen einer Überzuckerung

  • starker Durst und häufiges Wasserlassen, das Kind muss ständig zur Toilette
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Konzentrationsprobleme
  • Bauchschmerzen, Übelkeit
  • Gereiztheit

Was zu tun ist

  • Nach Behandlungsplan korrigieren, meist mit Korrekturinsulin nach festgelegtem Schema oder über die Pumpe.
  • Viel trinken lassen, ohne Zwang.
  • Toilettengänge zulassen und niemals verbieten oder aufschieben.
  • Bei Pumpenträgern an die Technik denken. Ein plötzlich unerklärlich hoher Wert kann ein abgeknickter oder verstopfter Katheter oder ein abgelöstes Pflaster sein.
  • Kein Sport bei sehr hohen Werten mit Ketonen. Bewegung kann eine Ketoazidose dann verschlimmern. Die Grenze steht im Plan.
  • Eltern nach Vereinbarung informieren, besonders bei wiederholt hohen Werten.

Die Ketoazidose

Fehlt Insulin über Stunden, verbrennt der Körper Fett und produziert Ketone. Das Blut übersäuert. Warnzeichen der diabetischen Ketoazidose sind:

  • anhaltend hohe Werte zusammen mit Übelkeit, Erbrechen und starken Bauchschmerzen
  • Azetongeruch im Atem, vergleichbar mit Nagellackentferner oder faulen Äpfeln
  • tiefe, schwere Atmung
  • zunehmende Schläfrigkeit und Austrocknung

Bei diesen Zeichen werden die Eltern sofort informiert. Bei Erbrechen oder Eintrübung gilt: Notruf 112. Ketone lassen sich je nach Ausstattung über Urinstreifen oder eine Blutketonmessung prüfen, nach Plan.

Eine Merkregel für den Alltag

Kurzfristig ist niedrig gefährlicher als hoch. Eine Unterzuckerung kann innerhalb von Minuten kritisch werden, eine Überzuckerung entwickelt sich über Stunden.

Daraus folgt eine praktische Regel: Wer zwischen könnte hoch und könnte niedrig schwankt und gerade nicht messen kann, behandelt wie eine Unterzuckerung und misst so bald wie möglich nach.

Zusammenfassung

Hohe Werte werden nach Behandlungsplan korrigiert, dazu gehören trinken, Toilettengänge zulassen und bei Pumpenträgern die Technik prüfen. Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Azetongeruch sind Warnzeichen einer Ketoazidose und erfordern sofortiges Handeln.

Diese Angaben ersetzen keine ärztliche Beratung. Maßgeblich ist der individuelle Behandlungsplan deines Kindes.

So hilft Wolkenfreie Zeit

Unsere Diabetesassistenzen arbeiten ausschließlich nach dem ärztlichen Behandlungsplan und den Absprachen mit dir. Eigenmächtige Dosisänderungen sind ausgeschlossen.

Bei allem, was der Plan nicht abdeckt, rufen wir dich an, statt zu improvisieren. Genau dafür sind die vereinbarten Erreichbarkeiten da.

Häufige Fragen

Als grobe Orientierung gelten Werte über etwa 180 mg/dl als erhöht und über etwa 250 mg/dl als deutlich zu hoch. Verbindlich sind die Grenzen im individuellen Plan.

Bei sehr hohen Werten mit Ketonen nicht, weil Bewegung die Stoffwechsellage verschlechtern kann. Die genaue Grenze legt der Behandlungsplan fest.

Häufige Ursachen sind Infekte, Stress oder ein technisches Problem an der Pumpe, etwa ein verstopfter Katheter. Deshalb gehört bei Pumpenträgern immer eine Sichtkontrolle dazu.

Dieser Artikel informiert allgemein und sorgfältig recherchiert. Er ersetzt keine Rechtsberatung und keine medizinische Beratung im Einzelfall. Verbindliche Auskünfte geben die zuständigen Stellen, Anwältinnen und Anwälte sowie Ärztinnen und Ärzte.

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