Blutzucker und Körper
Was passiert mit dem Blutzucker bei Krankheit und Fieber?
Stand: 06.08.2026
Wenn dein Kind mit Diabetes Typ 1 krank wird, verändert sich häufig auch der Blutzucker. Infekte, Fieber und andere Belastungen greifen in den Stoffwechsel ein und können die gewohnten Werte durcheinanderbringen. Hier erfährst du, was dabei im Körper passiert und worauf du in solchen Phasen besonders achten kannst.
Warum der Blutzucker bei Krankheit steigt
Bei einem Infekt schüttet der Körper vermehrt Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin aus. Diese Hormone sorgen dafür, dass die Leber mehr Zucker ins Blut abgibt und die Körperzellen weniger gut auf Insulin ansprechen. Man spricht dann von einer erhöhten Insulinresistenz.
Das Ergebnis ist, dass der Blutzucker oft ansteigt, obwohl dein Kind vielleicht weniger isst als sonst. Der Insulinbedarf kann in dieser Zeit deutlich höher liegen als an gesunden Tagen. Das ist ein normaler Vorgang und bedeutet nicht, dass etwas falsch gemacht wurde.
Wann der Blutzucker auch fallen kann
Nicht immer steigt der Wert. Bei Magen-Darm-Infekten mit Erbrechen oder Durchfall kann der Blutzucker auch fallen, weil Nahrung nicht im Körper bleibt oder schlecht aufgenommen wird. Auch wenn dein Kind gar nichts essen mag, besteht das Risiko einer Unterzuckerung.
Deshalb gilt bei Krankheit besonders, dass man den Verlauf nicht raten sollte. Engmaschige Messungen zeigen, in welche Richtung sich der Wert bewegt, und geben Sicherheit für die nächsten Schritte.
Das Risiko einer Ketoazidose
Bei hohen Blutzuckerwerten und Insulinmangel kann der Körper beginnen, Fett abzubauen und dabei Ketone zu bilden. Reichern sich diese an, droht eine Ketoazidose, ein ernster Notfall. Krankheit und Fieber erhöhen dieses Risiko, weil der Insulinbedarf steigt und leicht unterschätzt wird.
Viele Diabetesteams empfehlen, bei Krankheit und hohen Werten zusätzlich Ketone zu messen, im Blut oder im Urin. Wie das im Fall deines Kindes gehandhabt wird und ab welchen Werten gehandelt werden soll, besprichst du am besten vorab mit dem behandelnden Team.
Flüssigkeit und Ernährung an kranken Tagen
Ausreichend zu trinken ist an kranken Tagen sehr wichtig, gerade bei Fieber, Erbrechen oder Durchfall. Der Körper verliert dabei viel Flüssigkeit, und hohe Blutzuckerwerte verstärken das noch. Kleine, häufige Schlucke sind oft leichter zu vertragen als große Mengen auf einmal.
Wenn dein Kind wenig essen mag, können bei drohend niedrigen Werten kohlenhydrathaltige Getränke helfen. Insulin sollte in der Regel nicht einfach ganz weggelassen werden, auch wenn wenig gegessen wird, da der Grundbedarf bestehen bleibt. Wie ihr das konkret anpasst, richtet sich nach dem Plan eures Diabetesteams.
Wann ärztliche Hilfe nötig ist
Es gibt Situationen, in denen du nicht allein weitermachen solltest, sondern ärztlichen Rat einholst. Dazu gehören anhaltendes Erbrechen, deutliche Zeichen von Ketonen, Bauchschmerzen, schnelle Atmung, starke Müdigkeit oder Werte, die sich trotz Maßnahmen nicht bessern.
- Erbrechen, das mehrere Stunden nicht aufhört
- Ketone, die trotz Insulingabe hoch bleiben
- Bauchschmerzen, schnelle oder tiefe Atmung
- ungewöhnliche Schläfrigkeit oder Verwirrtheit
Im Zweifel ist es immer richtig, das Diabetesteam oder eine ärztliche Stelle zu kontaktieren. Lieber einmal zu oft nachfragen als eine ernste Entwicklung zu übersehen.
Zusammenfassung
Bei Krankheit und Fieber steigt der Blutzucker durch Stresshormone häufig an, kann bei Magen-Darm-Infekten aber auch fallen. Engmaschige Messungen, ausreichend Flüssigkeit und im Bedarfsfall eine Ketonkontrolle helfen, den Überblick zu behalten. Ein vorab mit dem Diabetesteam besprochener Plan für kranke Tage gibt Sicherheit, und bei Warnzeichen wie anhaltendem Erbrechen oder hohen Ketonen holst du ärztliche Hilfe.
So hilft Wolkenfreie Zeit
Wenn dein Kind eine Diabetesassistenz von Wolkenfreie Zeit hat, kann diese in der Kita oder Schule auch an Tagen mit beginnendem Infekt aufmerksam die Werte im Blick behalten, nach dem mit euch und dem Diabetesteam abgestimmten Plan handeln und dich frühzeitig informieren, wenn sich etwas verändert. So bleibt der Alltag deines Kindes auch in wackeligen Phasen begleitet.
Als nächsten Schritt kannst du gemeinsam mit dem Diabetesteam einen schriftlichen Plan für kranke Tage erstellen und diesen an alle Betreuungspersonen weitergeben. Wenn du Unterstützung im Betreuungsalltag suchst, kannst du dich an Wolkenfreie Zeit wenden, um zu besprechen, wie eine Diabetesassistenz zu eurer Situation passen könnte.
Häufige Fragen
In der Regel wird Insulin nicht komplett weggelassen, da der Körper auch ohne Essen einen Grundbedarf hat. Wie ihr die Dosis anpasst, besprichst du mit eurem Diabetesteam anhand des Plans für kranke Tage.
An kranken Tagen sind häufigere Kontrollen sinnvoll als sonst, oft in kürzeren Abständen. Die genauen Zeitpunkte hängen vom Verlauf und den Empfehlungen eures Teams ab, gerade wenn zusätzlich Ketone kontrolliert werden.
Fieber ist Teil der Abwehrreaktion und geht mit der vermehrten Ausschüttung von Stresshormonen einher, die den Blutzucker steigen lassen können. Es ist also eng mit dem Infektgeschehen verbunden und wird als eigenes Warnsignal beobachtet.
Dieser Artikel informiert allgemein und sorgfältig recherchiert. Er ersetzt keine Rechtsberatung und keine medizinische Beratung im Einzelfall. Verbindliche Auskünfte geben die zuständigen Stellen, Anwältinnen und Anwälte sowie Ärztinnen und Ärzte.